Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre...

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Warum Helden Theater spielen...

Durch theaterpädagogische Übungen setzen sich die jungen HEROES intensiv mit der Thematik auseinander und erlernen zugleich Präsentationsmethoden, Argumentation und szenisches Rollenspiel als Vorbereitung auf ihre Workshops. Die Grundlage des Projekts ist das Prinzip „peer education“. Jugendliche werden am besten durch andere Jugendliche erreicht. Besonders bei schwierigen und emotionalen Themen lernen sie am leichtesten von etwa gleichaltrigen Vorbildern.

Theaterpädagogische Übungen sind demnach Grundlage für die HEROES-Workshops an Schulen und in Jugendeinrichtungen.

Ein Workshop dauert ungefähr drei Schulstunden. Dabei sind Rollenspielszenen zentral. Diese werden von den angehenden und zertifizierten HEROES selbst entwickelt.

Die Jungen spielen eine kontroverse Szene über alltägliche Gewalt und Unterdrückung (z. B.: unwilliger Sohn muss Schwester heimholen, Onkel ist empört über die unverheiratete Nichte, Sohn wird die Ehe mit einer Frau seiner Wahl verwehrt usw.)  Im Anschluss gibt es jeweils eine Diskussion, in der die Teilnehmer_innen ermutigt werden, die Szenen zu erläutern, Fragen zu stellen und zum Teil auch gegenseitig zu beantworten. Es werden Konventionen und Traditionen hinterfragt sowie neue Perspektiven gemeinsam entwickelt. Bei den jeweiligen Rollenspielen mit einem weiblichen Charakter wird immer ein Junge aus der Klasse/Gruppe ausgesucht, um die Rolle auszufüllen. Auch Jungen, die im Schulalltag häufig eine „Machorolle“ einnehmen, können sich so in die Mädchenrolle einfühlen und über den sozialen Druck, dem sie selbst als Jungen ausgesetzt sind, und ihre Gefühle sprechen. Rollenspiele begünstigen das emotionale und effektive Lernen, was in den HEROES-Workshops sehr deutlich wird. Konfliktsituationen werden nicht nur anschaulich dargestellt, sondern der Konflikt, aber auch der Handlungsspielraum, optimal verinnerlicht. Diesen Effekt stellen wir bereits in der Ausbildungsphase bei den angehenden HEROES fest. Daher wird in diesem Projekt viel Wert auf theaterpädagogische Übungen gelegt.

Im Dezember 2017 konnten wir einen Schauspieler aus Schweinfurt mit türkischen Wurzeln für einen Theaterpädagogischen Workshop mit unseren HEROES gewinnen.

Engin Secgin bringt angehenden HEROES Theatergrundlagen bei.

Unter anderem brachte er den Jungs schauspielerische und theaterpädagogische Grundlagen bei und Aufwärmübungen. Er zeigte ihnen auch wie man Zeitraffer gekonnt überspringen kann und übte mit ihnen gemeinsam Rollenspiele zu HEROES-Themen ein. „Empathie aufbauen“ war das zentrale Thema des Workshops. Hierbei wurden vor allem auch Rollen gespielt, die nicht ihren normalen Persönlichkeiten entsprechen.   

Engin Secgin, 1982 in Schweinfurt geboren, lebt zur Zeit sowohl in Schweinfurt als auch in Istanbul. Während er in der Türkei in Serien im türkischen Fernsehen zu sehen ist, liebt er in Deutschland das Theaterspiel.

Engin hat 2018 übrigens noch Kapazitäten frei und kann gerne für theaterpädagogische Workshops gebucht werden. Er hat eine sehr kompetente und empathische Art zu unterrichten und kam bei unseren Jungs sehr gut an. Wir haben bereits einen weiteren Workshop mit ihm und eine Zusammenarbeit im Rahmen der interkulturellen Wochen in Schweinfurt geplant. Möglicherweise in Form eines gemeinsamen kurzen Theaterstücks, Einzelheiten werden noch bekannt gegeben - also lasst euch überraschen. 

Von seiner Leidenschaft für das Theater konnten wir uns am 12.01.2018 persönlich überzeugen, als unser gesamtes HEROES-Team die Premiere des Theaterstücks „Wie bitte?“ in der Kulturhalle in Grafenrheinfeld besuchten, eine türkische Komödie mit deutschem Untertitel.

Theaterstück "Wie bitte?" Eine türkische Komödie mit deutschem Untertitel.

Artikel aus dem Schweinfurter Tagblatt vom 28.12.2018 zur Premiere des Theaterstücks "Wie bitte?" in der Kulturhalle Grafenrheinfeld.

Weitere Infos zum Theaterstück bei Facebook und Instagram.

 

 

 

 

 

Hier braucht's ne anständige alt